Die Telekom und der Schweizer Käse

Das Imperium schlägt zurück und ernennt Manfred Balz (63) zum neuen obersten Datenschützer der Deutschen Telekom.

Eigentlich wollte er ja nächste Woche seinen wohlverdienten Ruhestand antreten, aber wer kann schon einen Vorstandsposten mit geregeltem Einkommen ausschlagen? Und wenn dann die nächste größere Datenpanne ans Tageslicht tritt, dann hat man gleich ein passendes Bauernopfer parat. Somit wäre der Ruhestand nur um ein paar Monate verschoben.

Den betriebsinternen Chefanwalt zum obersten Datenschützer zu berufen ist genau so sinnig, wie einen Personalchef zum Betriebsratsvorsitzenden zu wählen. Den offensichtlichen Grund, der Einflussnahme, will hier natürlich keiner eingestehen ist aber nur schwer von der Hand zu weisen.

Was das ganze mit Schweizer Käse zu tun hat?

Die Löcher in selbigem sind bestimmt genauso groß, wie die Löcher im Sicherheitsnetz der Deutschen Telekom und damit ist nicht die IT gemeint, sondern der Mensch. Denn der Datenklau ist zum überwiegenden Teil den eigenen unterbezahlten oder geldgeilen (vom Vorstand vorgelebt) Mitarbeitern zuzuschreiben 😉

Deutsche Telekom vs. sipgate

Der gelbe rosa Riese lässt mal wieder seine Muskeln spielen und würde gerne dem VoIP Provider Indigo Networks verbieten, dass iPhone Besitzer ihren sipgate Dienst nutzen.

Und natürlich nennen Sie das Problem nicht beim Namen, sondern führen so schwachsinnige Gründe wie „Viele Kunden könnten mit dem Begriff ‚Beta‘ nichts anfangen“ an.

Nein liebe Telekom, dass ist nicht euer Problem, euer Problem ist, dass euch dadurch Verbindungsentgelte entgehen, und bitte, bitte:

Wer mit Worten wie „T-Home“, „web’n’walk“, „CountryFlat“, „Call & Surf Comfort“, … um sich wirft, sollte sich bei einem Wettbewerber nicht darüber beschweren, wenn er von einer „Beta“ spricht. Insbesondere wenn der Beklagte auf der selben Seite eine ausführliche Erklärung dieses Begriffes bietet.

Hohn und Spott über dich Deutsche Telekom!

Wenn Telekom Manager in die freie Wirtschaft gehen

Nimm mal an, du hättest ein paar Euros zusammengespart und würdest damit gerne ein Startup finanzieren. Würdest du dich für Dr. Kathrin Brunners Idee entscheiden? Als Ex-T-Online Managerin wird sie schon wissen, wie man ein profitables Geschäft aufzieht!

„Also Fr. Dr. Brunner, wie sieht denn Ihre Idee aus?“

„Ja, das allerbeste daran ist der Ownload, das ist doch ein tolles Kunstwort, ein Anglizismus par excellence.“

„Ok, ganz nett, aber was steckt denn dahinter?“

„Der Download-to-own.“

„Gut, das hab ich jetzt verstanden, aber womit wollen Sie denn Geld verdienen?“

„Damit, das alle die Internet haben bei uns ihre Videos ownloaden und ownen können.“

„Der nächste bitte…“

Wie sagt man so schön: „Jeden Tag steht ein Dummer auf.“

Und so wird es wohl auch hier gewesen sein, irgendjemand muss der Fr. Dr. die Idee abgekauft haben. Und das Internet gebar in einer dunklen stürmischen Winternacht

in2Movies

Und was hätte es anderes als eine Totgeburt sein können wenn man folgende Punkte in Betracht zieht:

  • Wegen unserer geringen Bandbreite verteilen wir die Filme über ein Peer-to-Peer Netzwerk an dem alle Kunden teilnehmen müssen.
  • Damit die Kunden nicht Tage auf den Ownload warten müssen reduzieren wir die Qualität indem wir nur halb soviel Zeilen wie bei einer normalen DVD je Bild komprimieren.
  • Weil wir nicht noch zusätzliches Geld für Fremdsprachenlizenzen ausgeben wollen, gibts die Filme nur auf deutsch.
  • Natürlich gibts auch kein Bonusmaterial, das schaut sich eh keiner an und kostet auch nur zusätzliche Lizenzen.
  • Die Filme lassen sich vielleicht irgendwann mal auf DVD brennen, allerdings könnte es sein, das man sie dann noch einmal kaufen muss.
  • Der Preis sollte knapp (ca. 50 Cent) unter dem DVD Preis (im Mediamarkt) liegen, schliesslich wollen wir ja auch Geld verdienen.
  • Machen wir mal Pleite und müssen unsere DRM Server abschalten dürfen unsere Kunden halt nie wieder ein neues Betriebssystem aufspielen oder sich gar nen neuen PC kaufen.

Da gibt es noch 2 Punkte die wirklich den letzten positiven Gedanken an einen Erfolg im Keim erstickt hätten:

  • Die gute Frau hat bei Golem ein Interview gegeben, in dem Sie die Zukunft Ihrer Geschäftsidee vollkommen im Unklaren sieht.
  • Sie hat bei den Medientagen in München 2007, einer Schwesterveranstaltung der Munich Gaming, einen Vortrag gehalten 😉

Und so kam es, wie es kommen musste. Am 11. Juni werden sich die Tore dieses Portals schliessen. Die Begründung in dem Artikel ist wirklich nur die Spitze des Eisbergs und man sollte hier nun schlussendlich den Mantel des Schweigens über dieses Desaster ausbreiten.