Es war einmal…

…ein Computerspieler, der etwas gelangweilt durch den Saturn schlenderte und auf einem Grabbeltisch eine grosse Pappschachtel mit der Aufschrift „Anarchy Online“ entdeckte. „Hm“, dachte er sich „die Screenshots sehen gut aus, endlich mal kein Fantasy und ich hab ja DSL jetzt, für 5€ kann man das ja mal mitnehmen auch wenns nach 3 Wochen wieder im Schrank verschwindet.“

Anarchy Online

Aus 3 Wochen wurden, mit Unterbrechung, 3 Jahre.

3 Jahre, die mein Verständnis von Computerunterhaltung vollkommen auf den Kopf stellten. War ich zuvor ein Liebhaber von Single Player spielen à la „Doom“ oder „Half-Life“ konnten nur wenige Multiplayer Spiele mein Herz erwärmen. Hier wäre ausdrücklich „M.U.L.E“ von der leider viel zu früh verstorbenen Dani Bunten, welcher ich zu gegebener Zeit einen eigenen Artikel widmen werde, zu nennen.

M.U.L.E

Diese Multiplayer Spiele begrenzten jedoch den Multiplayer Anteil auf die 2-4 Personen die direkt vor dem Fernseher saßen. Insofern war es dann doch ein sehr persönliches Erlebnis.

Nach diesen 3 Jahren AO jedoch können mich bis heute selbst Perlen wie „Bioshock“ oder „Crysis“ nur wenige Stunden fesseln und in mir immer das Gefühl erwecken „da fehlt doch was“.

Die Erinnerungen an Damals geben mir immer ein wohliges Gefühl und ab und zu logge ich nochmal mit einem Froob-Account bei AO ein um ein wenig im Backyard von Old Athen umher zu spazieren.

Ja der Backyard, dort begann alles, dort machte ich meine ersten paar Level in einem Spiel, das ich anfänglich für recht simpel hielt, was mir allerdings spätestens beim ersten Zusammenstellen eines vernünftigen Implantatsets eines besseren Belehrte.

Nachdem ich den Backyard verlassen hatte, musste ich feststellen, dass die Welt die meinen kleinen Character umgab, riesig und voller Leute war, die anscheinend die selbe Erfahrung machten.

Subway

Das erste mal in die Subway abgetaucht stellte ich fest, das man in der Gruppe viel einfacher und vor allen Dingen lustiger vorankommen konnte. Wenn man mal wieder warten musste, weil jemand gestorben war, wurden lustige Anekdoten erzählt oder über das Tagesgeschehen philosophiert. Etwas, was ich in heutigen MMORPG’s bei Pick up groups sehr vermisse, da scheint es immer nur um XP/h zu gehen 😦

Wie anders kann man es sich erklären, das man von lvl 60-200 immer nur Missionen gemacht hat und es einem dabei selten langweilig wurde. Da gabs keine Quests oder Instanzen mit Story, es wurde munter tagein tagaus am Terminal eine BS-Missi gezogen und mit viel Freude und 5 anderen Willigen angegangen, natürlich durchs Grid.

Grid

Und am Ende wartete der große Raid – man versammelte sich mit 50-100 Leuten bei den Familien Lee und Johnson und ihrem Freund Ian um deren Besitztümer zu ergattern, was manchmal darin endete, das Ian wie ein wahnsinniger durch die Meute hetzte und jedem einzelnen der Anwesenden das Herz aus der Brust gerissen hat.

Ja, es stand die Freude am Spiel im Vordergrund und nicht das erreichen des Max-Levels. Bis 200 hab ich ca. 2 Jahre gebraucht und ich kann nicht behaupten, dass es langweilig gewesen wäre.

Es gäbe noch so viel zu Berichten von Tarasque, den Tower-Feldern, dem Beast oder der Augmented Hellfury Assault Cannon, aber da würd ich dann eher ein Buch schreiben als einen Blog-Eintrag 😉

The Good, the Bad and the Ugly Quest

Ich will hier jetzt mal gar nicht auf den, meiner Meinung nach, schlechtesten übersetzten Filmtitel der Geschichte eingehen – wie kommt man auf die Idee einen Film, der ganz offensichtlich von 3 (drei) Hauptdarstellern handelt, mit „2 (zwei) glorreiche Halunken“ zu übersetzen?

Egal, der eigentliche Sinn dieses Posts ist die Qualifizierung von den allseits beliebten Quests in gute, schlechte und hässliche 😉

The Good

Leider viel zu selten anzutreffen, versetzt sie den Spieler mitten ins Geschehen. Die Story ist ansprechend und man will nicht ausloggen, bevor man die Quest beendet hat. Sie fordert sowohl das Beherrschen  des Gameplays als auch den Geist. Beispiel: Flugmount Quest (Vanguard: Saga of Heroes), COH Chests (Anarchy Online)

 the Bad

„Hey du da, ich steh hier schon den ganzen Tag rum und such irgend nen Idioten, der mir 15 Wombatpelze besorgt, damit ich meiner Ollen mal ein Shirt stricken kann, was auch über Ihren fetten Bauchnabel geht.“  Ja wir kennen sie alle, die „Töte X“-Quests. Ihr gehäuftes Auftreten macht sie allerdings nicht besser. Beispiel: Nicht wirklich nötig

and the Ugly

Man nehme eine Quest Marke „the Bad“ und mache sie Wiederholbar. Das ganze nennt man dann „Daily Quest“ oder landläufig „Daily Grind“. Diese Art von Quests sind ganz hervorragend dazu geeignet, wenn man sowieso was anderes machen wollte, z.B. Fernseh gucken, ein Buch lesen oder das Essen kochen. Man weiß ganz genau Was, Wann, Wo und Wieso passiert und kann seine anderen Aktivitäten darauf abstimmen. Beispiel: Ich bitte euch

Meine Lösung wäre ja, alles was „Bad“ und „Ugly“ ist ersatzlos zu streichen, aber was würde dann aus WoW?