Warhammer Online = World of Warcraft

Die Gleichung stellte letzte Woche Richard Bartle in einem Interview bei Massively.com auf, indem er sagte:

„I’ve already played Warhammer. It was called World of Warcraft.“

Und wie bei einem Stich ins Wespennest versammelten sich alle selbsternannten MMORPG-Koryphäen, um dem armen Richard jegliche Kompetenz abzusprechen.

Einem Mann, der das Genre quasi Erfunden hatte.

Ich denke er hat recht in einem gewissen Sinne!

WO basiert auf genau den selben Werten wie WoW: Level, Items, Grind. Das Grundkonzept ist das gleiche, nur die Ausführung, das Setting, der Schwerpunkt ist ein anderer.

Ich würde mir wünschen, dass ein Publisher mal den Mut fasst etwas neues zu probieren. Dies wird mit Sicherheit kein Blockbuster MMO, welches Millionen verschlingt, da man hier lieber die sichere Schiene (WoW) fährt, so wie es WO macht. Aber es könnte ein neuer Anfang sein, für etwas wirklich Neues.

Ich glaube genau das wollte Richard Bartle provozieren, einen Denkanstoss geben um dieses Genre voranzutreiben.

Wie wäre es mit einem Spiel ohne Level und ohne XP, in dem man aber trotzdem Erfahrung sammeln und anwenden kann. Ein wenig mehr Real Life und ein bisschen weniger „Number crunching“. Eine Welt die sich nachhaltig verändert und bei der nicht alle 5 Min auf den Reset-Knopf gedrückt wird.

Das Institut für modernes Bloggen…

bot dieses Jahr erstmalig einen Blog-Diplom-Abschluss an.

Erster Absolvent dieses Studienganges ist unser allseits beliebter Herr Olnigg. Wie uns Bloglehrer Dr. Vogler berichtete, war Herr Olnigg stets darauf bedacht den geschmeidigen Witz seiner Vorträge mit durchdachter Pointierung zu würzen und dabei keine Rücksicht auf Mehrheiten zu nehmen.

Doch fast hätte Herr Onligg die Abschlussprüfung nicht bestanden, so Herr Vogler, denn bei der unangemeldeten Credibility-Prüfung wäre er beinahe Herrn Heinrich L. auf den Leim gegangen. Dieser sollte Ihn zum schnöden Mammon verführen und dadurch seiner Vorzensur unterliegen.

Aber Herr Olingg wäre nicht Herr Olnigg, würde er aus dieser vermeintlichen Doppelminus nicht ein Doppelplus machen, denn gerade als Heinrich L. zur finalen Todesmail ansetzte entwand er sich mit einem genialen Schachzug den Klauen des Herrn L., indem er in aller Öffentlichkeit der Diktatur der monopolistischen „SSTWIPBUAS“ (Spiele sind toll wenn ihre Publisher bei uns Anzeigen schalten)-Bewegung entsagte.

Fr. Hoppenstedt, die Mitkommilitonin von Herrn Olnigg, brachte es mit wenigen Worten auf den Punkt: „Dö dudl dö.“. Diese Aussage bestärkte auch Herr Olnigg, insbesondere mit Blick auf seine eigene Zukunft, mit den Worten: „Jetzt habe ich endlich auch was Eigenes, mein Blogdiplom“.

Wir wünschen Herrn Olnigg auf seinem weiteren Weg alles Gute und möge er so erfrischend bleiben wie ein kühles Weizenbier nach einem heißen Saunagang 😉

Sex sells

und natürlich auch die richtigen Anzeigeschaltungen in den richtigen Magazinen, die dann richtige Bewertungen abgeben.

Ich konnte sie einfach nicht mehr lesen, diese halbgaren Testberichte in Spielemagazinen die ich in den 80ern und Anfang der 90er so geliebt habe. Als Heini (Heinrich Lenhardt) noch Ahnung von Spielen hatte und fundiertes Wissen auf seine lustige Art und Weise verbreiten konnte und als Doc Bobo (Boris Schneider) noch keinen Doppelnamen trug, ja da war die Spielemagazine Welt noch in Ordnung.

Als damals die PowerPlay als Sonderbeilage in der Happy-Computer erschien konnte man sich noch darauf verlassen, dass ein Spiel, welches mehr als 80 Punkte bekam ein wirklich tolles Erlebnis war. Genauso wurden halbfertige oder uninspirierte Spiele mit einer schlechten Wertung abgestraft auch wenn sie von einem der großen Publisher veröffentlicht wurden. Testberichte könnt ihr bei Kultpower.de gerne mal nachlesen 😉

Schlussendlich habe ich nach dem Gothic 3 Test in der Gamestar mein letztes verbliebenes Abonnement gekündigt. Ich hatte wirklich lange durchgehalten und hatte es auch mehr aus Gewohnheit noch abonniert, aber das war wirklich nicht mehr tragbar.

Um ehrlich zu sein bin ich doch wieder Rückfällig geworden. Seit ca. 1 Jahr habe ich das GEE Magazin abonniert aber nicht wegen der Spieletests, die eh keine Punktzahlen beinhalten, sondern wegen der intelligenten und informativen Berichte die diese Zeitschrift lesenswert machen.

Wenn Telekom Manager in die freie Wirtschaft gehen

Nimm mal an, du hättest ein paar Euros zusammengespart und würdest damit gerne ein Startup finanzieren. Würdest du dich für Dr. Kathrin Brunners Idee entscheiden? Als Ex-T-Online Managerin wird sie schon wissen, wie man ein profitables Geschäft aufzieht!

„Also Fr. Dr. Brunner, wie sieht denn Ihre Idee aus?“

„Ja, das allerbeste daran ist der Ownload, das ist doch ein tolles Kunstwort, ein Anglizismus par excellence.“

„Ok, ganz nett, aber was steckt denn dahinter?“

„Der Download-to-own.“

„Gut, das hab ich jetzt verstanden, aber womit wollen Sie denn Geld verdienen?“

„Damit, das alle die Internet haben bei uns ihre Videos ownloaden und ownen können.“

„Der nächste bitte…“

Wie sagt man so schön: „Jeden Tag steht ein Dummer auf.“

Und so wird es wohl auch hier gewesen sein, irgendjemand muss der Fr. Dr. die Idee abgekauft haben. Und das Internet gebar in einer dunklen stürmischen Winternacht

in2Movies

Und was hätte es anderes als eine Totgeburt sein können wenn man folgende Punkte in Betracht zieht:

  • Wegen unserer geringen Bandbreite verteilen wir die Filme über ein Peer-to-Peer Netzwerk an dem alle Kunden teilnehmen müssen.
  • Damit die Kunden nicht Tage auf den Ownload warten müssen reduzieren wir die Qualität indem wir nur halb soviel Zeilen wie bei einer normalen DVD je Bild komprimieren.
  • Weil wir nicht noch zusätzliches Geld für Fremdsprachenlizenzen ausgeben wollen, gibts die Filme nur auf deutsch.
  • Natürlich gibts auch kein Bonusmaterial, das schaut sich eh keiner an und kostet auch nur zusätzliche Lizenzen.
  • Die Filme lassen sich vielleicht irgendwann mal auf DVD brennen, allerdings könnte es sein, das man sie dann noch einmal kaufen muss.
  • Der Preis sollte knapp (ca. 50 Cent) unter dem DVD Preis (im Mediamarkt) liegen, schliesslich wollen wir ja auch Geld verdienen.
  • Machen wir mal Pleite und müssen unsere DRM Server abschalten dürfen unsere Kunden halt nie wieder ein neues Betriebssystem aufspielen oder sich gar nen neuen PC kaufen.

Da gibt es noch 2 Punkte die wirklich den letzten positiven Gedanken an einen Erfolg im Keim erstickt hätten:

  • Die gute Frau hat bei Golem ein Interview gegeben, in dem Sie die Zukunft Ihrer Geschäftsidee vollkommen im Unklaren sieht.
  • Sie hat bei den Medientagen in München 2007, einer Schwesterveranstaltung der Munich Gaming, einen Vortrag gehalten 😉

Und so kam es, wie es kommen musste. Am 11. Juni werden sich die Tore dieses Portals schliessen. Die Begründung in dem Artikel ist wirklich nur die Spitze des Eisbergs und man sollte hier nun schlussendlich den Mantel des Schweigens über dieses Desaster ausbreiten.