Munich Gaming, der (Zu)stand der deutschen Spieleindustrie

Was für ein Fest!

Da trafen sich die Altvorderen aus Politik und Wirtschaft und feierten das Fest der neuen Medien. Das ausgerechnet Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring diese Veranstaltung eröffnete war allerdings bezeichnend.

Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring

seines Zeichens Fürst Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien und somit Erfüllungsgehilfe Beaufsichtiger des deutschen Privatfernsehens. Dabei äußerst beliebt bei seinen Mitarbeitern wegen seiner Führungsqualitäten.

Den Staffelstab übergab er

Dr. Günther Beckstein

seines Zeichens Bayerischer Ministerpräsident der mit seiner Aussage

Killer-Spiele‘ sollten in der Größenordnung von Kinderpornographie eingeordnet werden, damit es spürbare Strafen gibt.

seine UnBeliebtheit in der Spielerszene weit über die Grenzen von Bayern hinaus gefestigt hat.

Da redeten sie nun, die Herren Doktoren, nachdem sie sich von ihren Sekretärinnen des Morgens nochmal das Internet haben ausdrucken lassen, über Dinge, die nur ihrem Wunschdenken entsprungen sein konnten.

Beckstein: „München punktet mit seiner hohen Lebensqualität. Das bestätigen Studien immer wieder. Gerade für Spieleentwickler ist dies eminent wichtig. Kreative müssen sich „mitten im Leben“ bewegen, Strömungen in der Gesellschaft aufnehmen und diese umsetzen. Es ist nicht nur die IT- und Wissensinfrastruktur, die Bayern und München als idealen Gaming-Standort ausweist!“

Das war bestimmt auch der Grund, weshalb eines der erfolgreichsten deutschen Entwicklerstudios Crytek (FarCry, Crysis) 2006 von Coburg (Bayern) nach Frankfurt (Hessen) umgezogen ist. Auch andere große Entwicklerstudios wie Ascaron (Sacred), mit Sitz in Gütersloh, haben diesen idealen Gaming-Standort wohl noch nicht wahrgenommen.

Auch verwundern Aussagen von Sony Vertretern, welche HD Inhalte (Download Content) erst in den nächsten 2-3 Jahren sehen. Sehr seltsam, Microsoft hat sowas schon im Programm.

Diese Veranstaltung bestätigte mal wieder voll und ganz das Bild, welches man von der deutschen Spieleindustrie in den letzten Jahrzehnten gewonnen hat. Am besten fährt man, wenn man sich auf niemanden verlässt, und schon gar nicht auf deutsche Funktionäre, deren Auftreten einen eher dazu motiviert in einer Folge „Die Auswanderer“ die Hauptrolle zu übernehmen.

Da würde sich wenigstens der Prof. Dr. Ring drüber freuen😉

Eine Antwort

  1. […] hat bei den Medientagen in München 2007, einer Schwesterveranstaltung der Munich Gaming, einen Vortrag […]

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