Wo der Bartle den Most holt

Irgendwann im letzten Jahr:

Premierminister: „Gestern hat schon wieder so ein Wahnsinniger mit ner halbautomatischen Waffe ein Blutbad in den USA angerichtet. Die Leute wollen Wissen, was wir dafür tun damit sowas sich hier nicht wiederholt.“

Berater: „Erstmal brauchen wir einen Schuldigen. Am einfachsten wäre es, wir schieben es auf die Computerspiele, schließlich würde es uns Millionen Kosten und richtige wissenschaftliche Arbeit um den wahren Grund zu erfahren.“

Premierminister: „Hervorragend! Ja, eine günstige Lösung ist immer gut, aber wir brauchen auf Dauer bessere Argumente gegen dieses Teufelszeug.“

Berater: „Da haben Sie recht, am besten wir geben einen Bericht in Auftrag, dessen Inhalt uns in die Hände spielt aber den Anschein hat, er wäre von unabhängiger Hand erstellt. Und ich weiss auch schon wen wir damit beauftragen werden.“

Premierminister: „So, und wer wäre das?“

Berater: „Eine …………….. Frau!“

Premierminister: „Oh, was für eine geniale Idee, eine Frau, Frauen hassen Computerspiele!“

Berater: „Ja, es kommt noch besser, sie ist Psychologin und arbeitet fürs Fernsehen.“

Premierminister: „So, sie arbeitet fürs Fernsehen, dann werden wir den Bericht noch um das Internet erweitern, da sollte klar sein wer den kürzeren zieht.“

Berater: „Genau, schliesslich können wir es nicht erlauben, das unser allseits beliebtes Propaganda- und Verdummungsinstrument einer demokratischen Idee anheim fällt.“

Premierminister: „Machen wirs so.“

Ein halbes Jahr zieht ins Land und der Bericht landet auf dem Schreibtisch des Premiers. Nach dem Studium selbigen zitiert er seinen Berater zu sich.

Premierminister: „Haben Sie den Bericht gelesen?“

Berater: „Äh, ja…“

Premierminister: „Haben Sie Ihren Schreibtisch schon aufgeräumt?“

Berater: „Nun ja, niemand konnte..“

Premierminister: „Papperlapapp! Alles muss man hier selber machen, wäre doch gelacht wenn wir dem ganzen nicht Einhalt gebieten können…“

Was der Premier und seine Berater leider nicht berücksichtigt haben, war das Alter von Fr. Dr. Tanya Byron. Wahrscheinlich wären sie besser gefahren, wenn die gute Frau jenseits der 60 gewesen wäre. So war Sie allerdings erst 15, als der ZX Spectrum 1982 rauskam und natürlich spielte Sie hin und wieder, wie die meisten Ihrer Altersgenossen und erkannte sehr schnell, dass Videospiele und das Internet in naher Zukunft dem Mainstream angehören werden.

So verfasste Sie einen durchaus fairen und ausgewogenen Bericht, den Richard Bartle mit den Worten kommentierte: „We’ve won: get over it“.

Jener Dr. Richard Bartle, der das erste MUD (namentlich „MUD“) miterfunden hatte und mit seinem „Bartle Test“ noch heute eine durchaus qualifizierte Aussage über den Spielstil des jeweiligen Probanden treffen kann.

Videospiele und auch das Internet sind genauso ein Generationenproblem wie damals der Rock’n Roll oder noch früher die Novelle. Die Devise lautet Aufklärung und Medienkompetenz nicht nur für die Kinder, sondern insbesondere für die Erwachsenen und da kann bestimmt kein Privatfernsehen bei helfen.

Die Zeit arbeitet für uns, spätestens wenn der erste Bundeskanzler mit Videospielen gross geworden ist, werden diejenigen die das ganze als Teufelswerk bezeichnen nur noch belächelt werden. Genauso wie sich heute auch keiner mehr vor dem Rock’n Roll fürchtet 😉

Munich Gaming, der (Zu)stand der deutschen Spieleindustrie

Was für ein Fest!

Da trafen sich die Altvorderen aus Politik und Wirtschaft und feierten das Fest der neuen Medien. Das ausgerechnet Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring diese Veranstaltung eröffnete war allerdings bezeichnend.

Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring

seines Zeichens Fürst Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien und somit Erfüllungsgehilfe Beaufsichtiger des deutschen Privatfernsehens. Dabei äußerst beliebt bei seinen Mitarbeitern wegen seiner Führungsqualitäten.

Den Staffelstab übergab er

Dr. Günther Beckstein

seines Zeichens Bayerischer Ministerpräsident der mit seiner Aussage

Killer-Spiele‘ sollten in der Größenordnung von Kinderpornographie eingeordnet werden, damit es spürbare Strafen gibt.

seine UnBeliebtheit in der Spielerszene weit über die Grenzen von Bayern hinaus gefestigt hat.

Da redeten sie nun, die Herren Doktoren, nachdem sie sich von ihren Sekretärinnen des Morgens nochmal das Internet haben ausdrucken lassen, über Dinge, die nur ihrem Wunschdenken entsprungen sein konnten.

Beckstein: „München punktet mit seiner hohen Lebensqualität. Das bestätigen Studien immer wieder. Gerade für Spieleentwickler ist dies eminent wichtig. Kreative müssen sich „mitten im Leben“ bewegen, Strömungen in der Gesellschaft aufnehmen und diese umsetzen. Es ist nicht nur die IT- und Wissensinfrastruktur, die Bayern und München als idealen Gaming-Standort ausweist!“

Das war bestimmt auch der Grund, weshalb eines der erfolgreichsten deutschen Entwicklerstudios Crytek (FarCry, Crysis) 2006 von Coburg (Bayern) nach Frankfurt (Hessen) umgezogen ist. Auch andere große Entwicklerstudios wie Ascaron (Sacred), mit Sitz in Gütersloh, haben diesen idealen Gaming-Standort wohl noch nicht wahrgenommen.

Auch verwundern Aussagen von Sony Vertretern, welche HD Inhalte (Download Content) erst in den nächsten 2-3 Jahren sehen. Sehr seltsam, Microsoft hat sowas schon im Programm.

Diese Veranstaltung bestätigte mal wieder voll und ganz das Bild, welches man von der deutschen Spieleindustrie in den letzten Jahrzehnten gewonnen hat. Am besten fährt man, wenn man sich auf niemanden verlässt, und schon gar nicht auf deutsche Funktionäre, deren Auftreten einen eher dazu motiviert in einer Folge „Die Auswanderer“ die Hauptrolle zu übernehmen.

Da würde sich wenigstens der Prof. Dr. Ring drüber freuen 😉

The Neverending Website

Mal was OT.

Soup.io

Letztens bin ich über diese Website gestolpert und irgendwie bin ich dran hängengeblieben, hab Gedanken gelesen, Bilder und Videos angeschaut, Informationen erhalten und runtergescrollt, bis zum Ende der Seite .. oder .. nein, das war ja gar nicht das Ende, da sind ja noch mehr Gedanken, Videos und Informationen .. aber jetzt .. das Ende .. wieder nicht .. verdammt.

Langsam wusste ich nicht mehr was mein Interesse an dieser Webseite mehr forderte, die Einträge oder das Erreichen des Endes…

Wer mal abseits von Youtube und MySpace eine wirklich Interessante Internetseite besuchen möchte, sollte hier mal reinschauen. Ich übernehme aber keine Haftung für die Zeit die Ihr damit verschwendet, das Ende zu erreichen 😉

The Good, the Bad and the Ugly Quest

Ich will hier jetzt mal gar nicht auf den, meiner Meinung nach, schlechtesten übersetzten Filmtitel der Geschichte eingehen – wie kommt man auf die Idee einen Film, der ganz offensichtlich von 3 (drei) Hauptdarstellern handelt, mit „2 (zwei) glorreiche Halunken“ zu übersetzen?

Egal, der eigentliche Sinn dieses Posts ist die Qualifizierung von den allseits beliebten Quests in gute, schlechte und hässliche 😉

The Good

Leider viel zu selten anzutreffen, versetzt sie den Spieler mitten ins Geschehen. Die Story ist ansprechend und man will nicht ausloggen, bevor man die Quest beendet hat. Sie fordert sowohl das Beherrschen  des Gameplays als auch den Geist. Beispiel: Flugmount Quest (Vanguard: Saga of Heroes), COH Chests (Anarchy Online)

 the Bad

„Hey du da, ich steh hier schon den ganzen Tag rum und such irgend nen Idioten, der mir 15 Wombatpelze besorgt, damit ich meiner Ollen mal ein Shirt stricken kann, was auch über Ihren fetten Bauchnabel geht.“  Ja wir kennen sie alle, die „Töte X“-Quests. Ihr gehäuftes Auftreten macht sie allerdings nicht besser. Beispiel: Nicht wirklich nötig

and the Ugly

Man nehme eine Quest Marke „the Bad“ und mache sie Wiederholbar. Das ganze nennt man dann „Daily Quest“ oder landläufig „Daily Grind“. Diese Art von Quests sind ganz hervorragend dazu geeignet, wenn man sowieso was anderes machen wollte, z.B. Fernseh gucken, ein Buch lesen oder das Essen kochen. Man weiß ganz genau Was, Wann, Wo und Wieso passiert und kann seine anderen Aktivitäten darauf abstimmen. Beispiel: Ich bitte euch

Meine Lösung wäre ja, alles was „Bad“ und „Ugly“ ist ersatzlos zu streichen, aber was würde dann aus WoW?

Tabula Rasa oder: Wie ich lernte, das UI zu lieben

Ich bin es leid .. wirklich .. ich will nicht mehr auf Healthbars, Icons oder Cooldown-Timer starren nur um zum richtigen Zeitpunkt die richtige Ziffer zu drücken. Ich will was vom Spiel sehen!

Wenn ich mir so manche WoW Screenshots von Pro-Gamern anschaue, dann habe ich eher das Gefühl, ich würde ein Excel-Spreadsheet betrachten.

Und so erinnerte ich mich daran, dass ich ja noch einen „Tabula Rasa“ Account besitze. Und, oh wie wunderbar, ich konnte auf einmal wieder die Geschehnisse beobachten, die dazu führen, dass ich auf einmal mit dem Gesicht im Dreck liege.

Tabula Rasa

Ja, Tabula Rasa hat seine Schwächen, aber die Interaktion mit dem Spieler, ihn zu fesseln, ihn in eine phantastische Welt zu transportieren, ihn nicht mit unnötigen UI-Elementen vom eigentlichen Geschehen abzulenken ist wirklich gelungen.

Manche mögen sagen „Kein Wunder, TR hat ja auch ein einfaches Kampfsystem und keinen Tiefgang“. Auf den ersten Blick mag das stimmen, man kann es so spielen und auch Erfolg haben. Aber sobald man sich nur ein bisschen mit dem Spiel näher beschäftigt, wird man feststellen, dass Waffenwahl, Munitionswahl, Entfernung, Deckung und noch einige andere Faktoren immense Auswirkung auf den Kampfausgang haben. Und all diese Faktoren zwingen mich dazu mein Augenmerk auf das Spielgeschehen zu legen und das ist das wirklich wunderbare an diesem Spiel.

Wer also mal eine Abwechslung vom „1, 2, 3, 4, 1, 2, 3, 4“ haben will, der sollte sich einen Trialkey besorgen.

PS: Natürlich könnt ihr auch einen von mir erhalten, einfach in den Kommentaren mal melden 😉